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Fortschreibung der Studie zum Mitarbeiterwohnungsbau

Wirtschaft macht Wohnen

Für den Bau bezahlbarer Wohnungen sind angesichts der anhaltend angespannten Wohnungsmärkte in vielen Städten innovative Lösungen zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die Gewinnung neuer Investorengruppen gefragter denn je. Diese können sich aber auch durchaus an bewährten Lösungsansätzen orientieren. So haben in der Vergangenheit sogenannte Werkswohnungen maßgeblich zur Marktentlastung beigetragen. Das Verbändebündnis Wohnungsbau hat aus diesem Grund am 9. Mai 2018 die aktuelle Studie "Wirtschaft macht Wohnen – Mitarbeiterwohnen" im Auftrag mehrerer Bau-, Immobilien- und Wohnungsverbände vorgestellt. Die Studie ist eine Folgestudie einer bereits 2016 zu diesem Thema beauftragten Grundstudie und zeigt viele praktische Umsetzungsbeispiele über ganz Deutschland (beide Studien als Download).

Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es schätzungsweise 450.000 bezahlbare Werkswohnungen, insbesondere der Deutschen Post, der Deutschen Bahn und vieler anderer Wirtschaftsunternehmen. Heute fehlen mehr
als eine Million Wohnungen in Deutschland. Die derzeitige Marktanspannung vor allem in den Hotspots in Deutschland ist in Teilen auch auf den Rückzug privater Investoren aus dem Bau und Betrieb von Wohnungen zurückzuführen. Neue Werkswohnungen wurden in den letzten Jahren kaum gebaut. Um bedarfsgerecht Wohnungen bereitstellen zu können, müssen in den nächsten Jahren rund 400.000 Wohnungen pro Jahr neu in Deutschland gebaut werden. Davon sollten mindestens 60.000 neue Wohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen und 80.000 Wohnungen für Haushalte mit unteren Einkommen – also Sozialmietwohnungen – jährlich erstellt werden. Mit dem Mitarbeiterwohnen zeigt sich ein Modell, das hier einen Beitrag leisten kann.

Die neue Studie des Verbändebündnisses zeigt: Das Thema betrieblich gestellter Wohnungen für Mitarbeiter erfährt derzeit eine Wiederbelebung – allerdings noch nicht als flächenhaftes Phänomen. Um Anreize für den Bau neuer Mitarbeiterwohnungen zu setzen, müssen folgende Rahmenbedingungen verbessert werden:

  • Steuerliche Besserstellung der verbilligten Überlassung einer Wohnung an den Arbeitnehmer
  • Aktivierung unternehmenseigener Grundstücke für die Schaffung von Mitarbeiterwohnungen durch Anwendung der Nutzungskategorie "Urbanes Gebiet"
  • Modell "Mitarbeiterwohnen" in die soziale Wohnraumförderung der Länder einbinden
  • § 7k Einkommensteuergesetz (EStG) wieder einführen

Neben diesen Forderungen an Bund und Länder appellieren die an der Studie "Wirtschaft macht Wohnen – Mitarbeiterwohnen" beteiligten Verbände und Institutionen gleichzeitig an bundes- und landeseigene Unternehmen, Bahn und Post, Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens, aber auch große Unternehmen der privaten Wirtschaft, sich bei der Schaffung von Mitarbeiterwohnungen zu engagieren. Die Vorstellung der Studie hat das Verbändebündnis Wohnungsbau zum Anlass genommen, auch ein Forderungspapier zum Thema Mitarbeiterwohnungsbau vorzulegen (siehe Download).
Das Verbändebündnis bittet die Politik um eine Berücksichtigung der aus der Studie abgeleiteten Forderungen in den weiteren politischen Überlegungen zur Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum in Deutschland.

Die Handreichung „Mitarbeiterwohnen“ wurde durch die RegioKontext GmbH im Auftrag nachfolgender Verbände und Institutionen erstellt:

BDB
Bundesverband
Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V.

GdW
Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

DGfM
Deutsche Gesellschaft
für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

DMB
Deutscher Mieterbund e.V.

IG BAU
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt

ZDB
Zentralverband Deutsches Baugewerbe e.V.