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Neue Studie vorgestellt

Urbane Sturzfluten 4.0

Durch die zunehmenden Starkregenereignisse in den letzten Jahren sind Bürger und Kommunen mehr sensibilisiert. Lokale extreme Niederschläge, ohne nennenswerte Vorwarnzeit, führen im urbanen Raum zu hohen Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und gestalteter Natur. Diese Schäden machen inzwischen 50 % der Überflutungsschäden aus.
Seltene Starkregenereignisse können von den zumeist unterirdischen Kanälen und Versickerungsanlagen nicht aufgenommen werden und überfluten dann Straßen, Keller und andere Einrichtungen. Privatpersonen und private Einrichtungen verfügen meist nicht über die Fachinformationen und vertrauen auf die öffentlichen Entwässerungseinrichtungen und werden dann von solchen Ereignissen überrascht.
Anhand einer Ereignisdatenbank zu Extremwetterereignissen von 2008 sowie weiteren neueren Erhebungen wurde gezeigt, dass Starkregenereignisse von kurzer Dauer und hoher Intensität überall in Deutschland, vorwiegend in den Sommermonaten, auftreten. Besonders gefährdete Objekte sind Wohn- und Industriegebäude, Infrastruktureinrichtungen und Verkehrsanlagen. Die Höhe der Schäden nimmt immer mehr zu. Insbesondere Gebäude sind vielfältigen Gefahren durch Kellerabgänge und Lichtschächte, sowie fehlender oder nicht funktionierender Rückstausicherung in der Gebäudeentwässerung ausgesetzt.
Zur Vorsorge vor den Gefahren dieser Starkregenereignisse werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Niederschlags- und Abflussmessungen mit aktuellen hydraulischen Nachweisen des Entwässerungssystems (Überflutungsnachweis)
  • Gefährdungsanalyse und Gefahrenkarte der betroffenen Gebiete und Objekte
  • Integraler und multifunktionaler Überflutungsschutz mit Regenwassermanagement (Versickerung, Rückhalt und Verdunstung)
  • Objektschutz (Kellerabgänge, Lichtschächte, Grundstücksentwässerungsanlage u.a.)
  • Anpassung des Entwässerungssystems und Einbindung von Verkehrs- und Freiflächen
  • Information und Beratung der möglichen Betroffenen

Vorgaben hierzu sind sowohl im Baugesetzbuch als auch in den Wassergesetzen enthalten, die bei Planungen und Genehmigungen umzusetzen sind.

Der Gesetzgeber, Bundesländer und Kommunen haben in den letzten Jahren zwar auf diese Ereignisse reagiert, aber in den Kommunen und in vielen Bereichen wurden noch zu wenige Vorkehrungen ergriffen, um durch vorsorgende und schützende Maßnahmen (s.o.) die Betroffenen vor den größten Schäden zu bewahren.