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Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V.
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Verbände fordern Nachbesserungen beim Energiekonzept der Bundesregierung

Energetische Gebäudesanierung bringt Investitionsschub von 900 Mrd. Euro

Verbände der Bau- und Immobilienbranche haben Nachbesserungen beim Energiekonzept der Bundesregierung gefordert, das in der kommenden Woche im Bundestag verabschiedet werden soll. Mit dem vorliegenden Gesetzespaket zur Energiewende sei die angestrebte Verdopplung der Sanierungsquote bei Gebäuden nicht zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Bundesregierung ein deutlich stärkeres Gewicht auf das energiesparende Planen, Bauen und Sanieren legen, fordern 26 Verbände, die sich in der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zusammengeschlossen haben.
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Dabei biete gerade der Wohnungsbau in Deutschland ein „enormes Potenzial beim Energiesparen“: Wenn der Wohnungsbestand, der bis zum Ende der 70er-Jahre gebaut worden ist, energetisch saniert und auf das Energieniveau eines Neubaus gebracht wird, dann lassen sich dadurch 212 Millionen Megawattstunden Energie pro Jahr einsparen, heißt es in einem Positionspapier, das die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ heute in Berlin vorgelegt hat. Die Angaben gehen auf eine gemeinsame Studie der Kieler „Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen“ (ARGE) und des Pestel-Instituts in Hannover zurück, die die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ in Auftrag gegeben hat. Umgerechnet wäre das übrigens die Energie, die man bekommen würde, wenn alle Dächer Berlins mit Solarkollektoren bedeckt würden – und das 70 Mal.

 

Finanziell würde die energetische Altbausanierung ein Investitionsvolumen von nahezu 900 Milliarden Euro auslösen – und damit die Binnenkonjunktur erheblich beleben, so das Verbände-Bündnis. Die Studie zeige zudem, dass dadurch für die kommenden Jahrzente die Schaffung von bundesweit rund 300.000 dauerhaften Arbeitsplätzen zu erwarten sei.

 

Das Positionspapier zum Energiekonzept der Bundesregierung macht darüber hinaus deutlich, dass die berechnete energetische Sanierung des Altbaubestandes in Deutschland einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann: Immerhin lasse sich dadurch die CO2-Emission um rund 58 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren.


Um das enorme Energiesparpotenzial auszuschöpfen, müssten Hausbesitzer und Immobilienwirtschaft jedoch stärkere Anreize für eine energetische Gebäudesanierung erhalten. Dazu fordert die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ eine deutliche Aufstockung der KfW-Fördermittel für die energetische Gebäudesanierung. Kurzfristig müssten hierfür mindestens 2 Milliarden Euro pro Jahr bereitgestellt werden. Mittelfristig seien 5 Milliarden Euro jährlich notwendig. Nur so lasse sich die angestrebte Verdopplung der Sanierungsquote erreichen.

 

Die jetzt geplanten 1,5 Milliarden Euro seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reichten aber bei Weitem nicht aus. Zudem sei es notwendig, das Etatvolumen und die Förderintensität über mehrere Jahre zu verstetigen, da alle an diesem Prozess Beteiligten Planungssicherheit brauchten.

 

Darüber hinaus sei es notwendig, die geplanten steuerlichen Anreize nicht ins nächste Jahr zu verschieben. Dies komme quasi „einer Vollbremsung bei der energetischen Gebäudesanierung“ gleich. Kaum ein Hausbesitzer werde in den nächsten Wochen und Monaten noch Aufträge zur Sanierung erteilen, so lange er steuerlich dafür belohnt werde, wenn er die Arbeiten ins kommende Jahr verschiebe. Dies führe sicher zu einem Investitionsstau.

 

Zudem sprach sich die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ dafür aus, bei Altbauten, die nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren sind, den Abriss und den anschließenden Neubau bei der Förderung ebenso zu behandeln wie das energetische Sanieren. Der so genannte Ersatzneubau müsse eine eigene KfW-Förderung und steuerliche Anreize erhalten.

 

Nach Einschätzung der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ ist eine staatliche Förderung unverzichtbar, um die energetische Modernisierung des sanierungsbedürftigsten Wohngebäudebestandes, in dem die meisten einkommensschwachen Mieter wohnen, anzustoßen und sozialverträglich zu machen.





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